Wirtschaftskreislauf einer offenen Volkswirtschaft
In diesem Wirtschaftskreislaufmodell wird neben den Komponenten Haushalt, Unternehmen, Staat und Kapitalsammelstellen ein weiterer Sektor hinzu, der die anderen Sektoren beeinflussen kann: Die Bezeichnung „offen“, die diesen Wirtschaftskreislauf bestimmt, rechtfertigt sich durch Einbezug des Sektors Ausland.
Dieser Sektor kann unterschiedliche Auswirkungen und Prozesse mit sich bringen:
- Beispielsweise kann der Arbeitnehmer sein Einkommen von einem ausländischen Arbeitgeber erhalten. Der umgekehrte Fall ist aber auch denkbar, nämlich indem ausländisch Saisonarbeiter ihren Verdient wieder in ihr Heimatland mitnehmen.
- Die Kapitalsammelstellen können weiterhin auch Spareinlagen aus dem Ausland aufnehmen. Umgekehrt können Inländer im Ausland Geld anlegen, um beispielsweise höhere Zinserträge zu bekommen.
- Durch die Öffnung der Weltmärkte sind zwei Ströme besonders wichtig: der Außenhandel. Dieser Handel meint sämtliche grenzüberschreitende Handelsmaßnahmen: Also Export (Ausfuhr) und der Import (Einfuhr). Inländische Unternehmen exportieren in dem Modell des offenen Wirtschaftskreislaufs ihre Güter, Waren und Dienstleistungen ins Ausland. Aber auch der umgekehrte Weg, also der Import von Güter, Waren und Dienstleistungen vom Ausland ins Inland, wird in diesem Modell bedacht. Diese internationale Art der Arbeitsteilung wird im Modell des offenen Wirtschaftskreislaufs eine berücksichtigt.
- Wenn der Export größer als der Import ist, ist ein positiver Außenbetrag im Inland die Folge. Es handelt sich hingegen um einen negativen Außenbetrag, wenn es weniger Exporte als Importe gibt. Wenn also ein Unternehmen mehr einkauft, als dass es verkauft, ist von einem negativen Außenbetrag die Rede.
Die jährlichen Ausfuhren und Einfuhren werden in der Außenhandelsbilanz gegenübergestellt. Der Außenhandel macht es möglich, dass sich Volkswirtschaften mit Gütern versorgen können, die im Inland nicht verfügbar sind. Das Außenhandelsvolumen wird berechnet aus den Ein- und Ausfuhrmengen, die mit den Preisen eines Basisjahrs verglichen werden. Dies soll verhindert, dass der Berechnung nicht den Einflüssen von etwaigen Preisveränderungen unterliegt.
Zur Förderung des Außenhandels haben sich überstaatliche Gemeinschaften gebildet, die etwaige Handelshemmnisse und Zölle abbauen wollen. Die EG und die EFTA sind Beispiele für derartige Gemeinschaften.