Erweiterter Wirtschaftskreislauf
Das Modell des erweiterten Wirtschaftskreislaufs versteht sich als Erweiterung des Modells des einfachen Wirtschaftskreislaufs. Hier wird die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass die Haushalte nicht ihr gesamtes Einkommen an die Unternehmen konsumieren, sondern ihr Geld anlegen bzw. sparen. Dadurch kommt dem einfachen Wirtschaftskreislaufsmodell ein neuer Sektor zu: Die Kapitelsammelstelle. Aber auch nicht alle von den Unternehmen produzierten Güter werden verbraucht, sondern in Form von Investitionen genutzt. Aus der Ersparnis wird Einkommen in Form von Zinserträgen gewonnen.
Die Verbindung zwischen Haushalt und Unternehmen ist dadurch bestimmt, dass die Haushalte einen Teil ihres Einkommens dem Unternehmen zukommen lassen. Die Unternehmen zahlen den Haushalten Lohn, Miete und Zinsen. Dennoch bildet die Kapitelsammelstelle (Kreditinstitute, Versicherungen, etc.) einen Zwischensektor zwischen Haushalt und Unternehmen.
Mit der Kapitelsammelstelle ist jede Form von Vermögensbildung gemeint. Sie sammelt die Ersparnisse der Haushalte und gibt sie in Form von Krediten an die Unternehmen weiter. Die Ersparnisse (Rücklagen) der Unternehmen stellen einen Beitrag zur Vermögensbildung bereit. Aber auch Abschreibungen auf die Produktionsanlagen der Unternehmen gehören in diesen Bereich.
Ein weiterer Sektor, der dem erweiterten Wirtschaftskreislauf hinzugefügt wird, ist der Staat. Dieser enthält Steuern von den Haushalten sowie von den Unternehmen. Aber auch der Staat tätigt Ausgaben, zum einen in Form von Sozialleistungen an die Haushalte (z.B. Kindergeld) oder durch Staatseinkäufe bei den Unternehmen. Auch der Staat ist mit der Kapitalsammelstelle verbunden: Dort werden Kapitel angelegt und Kredite aufgenommen.
Der Geldstromkreislauf ist geschlossen, wenn Ersparnisse und Investitionen von gleicher Größe sind. Sind die Investitionen geringer als die Ersparnisse, tritt der Fall ein, dass die Unternehmen weniger Einkommen an die Haushalte zahlen können, wodurch die Wirtschaftsleistung abnimmt: Eine Stagnation ist die Folge.
Tipp für Eltern: Überlegen Sie sich doch mal mit Ihren Kindern einen einfachen Zusammenhang im einen erweiterten Wirtschaftskreislauf nachzustellen. Sie werden sehen, einfach Beispiele aus dem Alltag lassen auch den erweiterten Wirtschaftskreislauf zum Spielzeug werden und bereiten Ihren Nachwuch so schon in jungen Jahren auf die Wirtschaft vor.